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                  Thailands Sitten und Gebräuche.

Jede Gesellschaft hat ihre spezifischen Verhaltensweisen im Benehmen und ihre Tabus. Höflichkeitsregeln sind international, doch in jedem Land verschieden. In Thailand mag man Offenheit und Leute mit einem guten Herzen (dsching dschai). Die Thais sind nicht nachtragend, legen jedoch Wert darauf, dass man ihre Benimmregeln respektiert. Wenn jemand einen "hagh käng" (harten Mund) hat, so heißt das, dass er nicht sagt, was er denkt oder fühlt. Kritik wird weitgehend vermieden, denn Wissen bzw. Intelligenz ist eine persönliche Angelegenheit und eine Diskussion oder Unterhaltung eine unpersönliche. Die beste Art, jede Kritik zu vermeiden, ist gar nichts zu sagen, frei nach der thailändischen Lebensweisheit "puht maak mai die" (viel Sprechen ist nicht gut).
Die Thais kennen sehr wohl den Unterschied zwischen  "Thai-Zeit" und "ausländischer Zeit". Flexibilität wird hoch geschätzt. Da man versucht, den Mitmenschen so gut als möglich zu verstehen, räumt man ihm sehr viel individuelle Freiheiten ein, selbst wenn dieselben mit den eigenen nicht konform gehen.
"Kwam subpabp riap roi" heißt respektierliche Höflichkeit und besagt, dass Probleme nicht erwünscht sind. Wenn man die Geduld verliert oder mit erhobener Stimme spricht - das wird als äußerst despektierlich empfunden. Hier ist das altbewährte Mittel das sogenannte "dschai yen" (kühles Herz), was soviel besagt, das man sich nicht aufregen soll. Wenn man gelassen bleibt und immer lächelt, egal, wie sauer man ist, so hat man schon gewonnen und wird viel mehr erreichen.  Hier gilt die Weisheit "mai pen rai" (macht nichts), das wohl am häufigsten angewandte Sprichwort im thailändischen Lebensalltag.  Und auch in öffentlichen Plätzen sollte man es vermeiden, unangenehm aufzufallen, z.B. mit lautem Gegröhle oder durch zu viel Alkoholgenuss. Das kommt nicht gut an. Respekt (duay kwam nap teu) ist eine wichtige Sache. Bevor man einen Tempel betritt müssen die Schuhe ausgezogen werden. Gebührlicher Respekt muss allen Buddhastatuen und -bildern entgegengebracht werden. Wenn man sich gegen eine andere Religion ausspricht, so ist auch dies unhöflich. Ein weiterer Tipp: Nicht so viele eigene Meinungen von sich geben, sondern lieber fragen, dann kann man nicht ins Fettnäpfchen treten. 
Ältere Personen sind immer zu respektieren. Die Thais widersprechen nie den Älteren. Die Älteren haben immer Recht, denn sie haben ja schon früher "Salz gegessen" als die Jüngeren.
Spaß (Sanuk) ist essentiell im Leben, denn die Thais sind ein lebensbejahendes und spaßiges Volk. Sie haben eine beneidenswerte Fähigkeit, den Augenblick zu genießen und die lustigen Seiten des Lebens zu leben. Lebenslust steht nicht im Gegensatz zu Frömmigkeit, und im Buddhismus wird Vergnügen nicht mit Sünde gleichgesetzt. Die Thais wissen nur zu gut, dass man etwas versäumt, wenn man nicht jeden Moment genießt. Ihre Konversationen sind gespickt mit Wortspielen und harmlosen Neckereien. Sie lieben es auszugeben und zu kommunizieren. Eine Lieblingsbeschäftigung ist "pai tiao", was soviel heißt wie herumgehen und herumschauen, ohne sich groß was dabei zu denken. Darüber hinaus ist der thailändische Veranstaltungskalender voll mit Festivals, Schönheitswettbewerben und nationalen oder religiösen Feiertagen.
Es gibt immer etwas zu feiern, das liegt in der thailändischen Natur. So wird zum Beispiel dreimal das Neujahrsfest gefeiert. Am 31. Dezember das westliche, im Februar das chinesische und im April das thailändische Neujahrsfest, Songkran genannt. Und wenn es noch weitere 5 Versionen gäbe so wäre auch das kein Problem, frei nach dem Motto: Lieber feste feiern als feste arbeiten. Auch lieben es die Thais, lange und ausgiebig mit Freunden zu essen, denn auch dies ist eine Tätigkeit, die nur normales Denken erfordert und den Geist nur minimal belastet. Des weiteren sind Fernsehen gucken, Popkonzerte besuchen, Tanzen und Karaoke als Spaßerzeuger beliebt.
"Greng jai" heißt soviel wie "Rücksicht auf den anderen nehmen" und gilt als besonders höfliche Einstellung. Man soll eben auch die Einstellung Anderer beachten und und respektieren.  "Nam Jai" bedeutet "fließendes Herz" (Mitgefühl, Vertrauen, Großzügigkeit ohne Hintergedanken). Wenn man Geld, Beziehungen, Zeit und psychologische Unterstützung zur Verfügung stellt, ohne etwas dafür zu erwarten, dann ist das  "nam jai".
Und dann - da Wichtigste: "yim mahk mahk" (viel lächeln), denn ein Lächeln öffnet jede Tür. Wer nur ernst dreinschaut und nicht ab und zu sieben grade sein lassen kann, der wird im Land des Lächelns immer ein Fremder sein und nie richtig durchblicken.   

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